in deutschland angekommen

Ich bin vor knapp 4 tagen in deutschland gelandet. es ist quasi der hit, daß ich es geschafft habe, nach endlosem fliegen innerhalb des landes – wo ich dachte, daß das wohl der letzte flug ist. immer wieder, immer wieder – aber gott möchte wohl, daß ich meinen weg hier finde. Und ich habe ihn gefunden – es ist ein mann, den ich kennengelernt habe – er ist sooo bodenständig, offen, bereit über alles zu sprechen – und ich liebe ihn. es ist das erste mal, daß sich jemand für mich interessiert. ich war die letzten 4 jahre auf autopilot, und es war der hinterletzte albtraum – alles, wofür ich stand war vergebens und ich mußte mich neu erfinden. es ist jetzt auch noch nicht vorbei. ich möchte weitermachen. Mir ist unklar, worauf ich mich einlasse. Aber es ist die liebe, die mich antreibt.
Indien ist wohl ein platz, der die menschen besinnt. ich habe viel wundervolles erlebt, etwas großartiges – aber auch die negativen aspekte, die wiederrum noch immer in meiner gefühlswelt herumschwirren – sei es der unterschied zwischen arm und reich – mit arm benenne ich die slums mit ihren ärmsten kindern, die nur mit einer unterhose bekleidet und blutigen schrammen zu mir in die autorickshaw kamen und um geld gebettelt haben – natürlich wollte ich ihnen geld geben, was ich anfangs getan habe. dann wiederum nachdem ich mich mit 3 leuten unterhalten habe, die mich darauf aufmerksam gemacht haben, daß die in hintergrund sitzende mutter wohl nicht davon abweichen würde, die kinder loszuschicken um geld einzutreiben. Ich habe eine antwort: man muß etwas tun und zwar mit einem gesellschaftlichen projekt zur unterstützung der kinder – nur so kann man den root unseres konsums ausbalancieren. denn was aktuell in deutschland abgeht ist unmenschlich. hier sind ein paar parteien, wie zb die afd mit ihren 15%. wenn man 100 deutsche vor sich versammelt, sind 15 leute da, die so etwas wählen – da frag ich mich, wohin das alles führt. in nepal hatte ich 2 bekanntschaften – einmal eine pharmareferentin, die den ärzten teure produkte aufschwatzen wollte, und nebenbei erwähnt hat, daß ihre produkte absoluter schwachsinn sind. und einmal ein typ, der die afd wählen wollte, mir am anfang eine kopfnuss verabreicht hat. es sind nicht alle, die in den urlaub in ein fremdes land fahren und sich mit der kultur beschäftigen, sie akzeptieren und mit ihr leben. in nepal habe ich von 4 wochen visum 2 wochen krank im bett gelegen – und konnte deshalb nicht in ein buddhistisches kloster oder in eine schule gehen – was eigentlich das ziel meiner reise war – aber ich habe einen mann kennengelernt, was wohl meine absicht wieder gutgemacht hat. es ist so, das wenn man so etwas plant, daß man mit einem partner so etwas angehen kann. ich würde sagen: indien und nepal.. ich komme wieder und wieder und wieder.. das ist mein letzter post. ich muß mich jetzt beeilen mit wohnungssuche in berlin, hammer viel schnickschnack hier erledigen, dann mein hausstand von köln nach berlin transportieren. cu! 😉

andamanen

hey.. ich bin nun seit 3 wochen auf den andamanen, auf neil island. es gibt dort kein internet, deswegen hab ich diese beiträge in port blair gemacht, wo ich zur zeit bin um kohle zu holen.

andamanen sind eigentlich der hit – es sagte mir schon ein hotelmanager, daß wohl viele indische touristen vor ort sind – das war vor 4 jahren. nun ist es so, daß die andamanen touristisch explodiert sind. auf neil island geht es >noch<. auf den anderen inseln ist es viel schlimmer. tragisch.. 🙁 ich könnte viele dinge über die touris erzählen.. machen während des fahrens auf der insel fenster auf und schmeißen "müll" aus dem fenster, usw. der mood dieser menschen ist es, wie wir damals in die türkei usw. gefahren sind, wo wir auch touris waren. es ist hier genau das gleiche. was mich dazu gedanklich bewegt, daß die hippies nur da ankommen, wo später die touris hinfahren. das ist eigentlich müll. ich fahre am 4.4. nach neudelhi, auch wegen dem wetter.. es ist unerträglich, was mit meinem kopf abgeht. es ist auch viel schlimmer, als ich in dem blog es zuvor beschrieben habe. von 10 uhr morgens bis 14 uhr nachmittags kann ich gar nichts mehr machen, und schlafe dann. ich habe noch einige bilder gemacht, die ich im folgenden zeige. emission under control DSC_0042

dog
DSC_0033

ein werbeplakat – ihr müßt 3 sachen sehen, die eigentlich gar nicht gehen
DSC_0030

chilling
DSC_0024

eine spinne – nicht die größte – ich bin gerade dabei, die angst vor ihnen abzulegen
DSC_0022

ein bug
DSC_0020

In chennai angekommen

es gibt viele unmöglichkeiten zu erzählen, nach einem kurzen schlaf!

*later*

dazu gibt es bilder:

im hotelzimmer – ihr müßt sehen, was das zerknüllte zeitungspapier ist
IMG_8702

polizeiauto – innovative 😉
IMG_8699

ich habe einen plan

die hitze hier ist zu groß (>30 grad), deshalb hab ich mal einen temperaturcheck gemacht. auf den andamanen ist es ~5 grad kälter als hier – hier gehe ich ein. dann natürlich mit einem boot ab chennai. es gibt viel zu sehen: nichts. 🙂 es ist auch berüchtigt als schaben-boot. ich bin gespannt!
gefühlsmäßig bin ich schon halbwegs hier. es ist schon ziemlich schräg, daß die hippiefamilie neben mir (wo das kind neulichst einen hund „weggeworfen“ hat) immer noch da ist.. es ist quasi scheißegal, urlaub wird vorgeschoben.

hier noch ein paar bilder:

einer der zwei jungs aus nepal
IMG_8695

ein abend am om beach
IMG_8697

one step beside

ich habe überlebt! ich habe um 20.00h(!) da oben, wo die rikshaws ankommen den berghang versucht, herunterzulaufen. meine taschenlampe hatte ich nicht dabei. es sind optionen, für die man sich entscheidet – ich habe die falsche als anerkennungswert auserkoren. ich bin bei purer dunkelheit diesen weg langgelaufen, mit treppen abwärts. einmal war unter meinem rechten fuß der grund – auf dem linken nicht. ich bin dann 1,5m nach unten gesegelt. mit einem halbschrotten smartphone, und meinem körper ging es auch nicht gut. ich würde sagen: kreuzbandriss, aber wieder einmal ist es im endeffekt nur knapp daran vorbei. ich muß mehr auf meinen körper achten.

i did it again

gestern abend war ein kleines kätzchen, hammer abgemagert, hat laute abgegeben: ich hab es gehört und bin hingelaufen: es bot sich ein erschreckendes wesen – hilflos, hatte nach ihrer statur auch irre hunger.
ich habe die katze mit auf mein zimmer in mein bett genommen und ihr den schmerz genommen, dh. was zu trinken und zu essen gegeben. mehr kann ich nicht geben, weil es sind 1000e gedanken, die mir dabei durch den kopf gehen. unser platz ist nicht natürlich, und die besucher ebenso. ich bin gerade in einem zeitstrahl gefangen, und habe ihn ausgewählt, und tausende katzen und hunde in eine gefahr gebracht.DSC_0026

ein gespräch

gestern war ich bei einer ayurveda-massage, weil: ich hatte vor ein paar monaten einen schlimmen unfall mit dem fahrrad. es war regnerisch, es ging steil bergab (und ich hatte die bremse nicht betätigt) – beim bremsvorgang war ich ausgerutscht und bin 10 meter auf dem boden mit meinem fahrrad langgeschlittert und dabei sind ein paar große blutige flecken an meinem bein entstanden. leider war mein bein danach nicht mehr so wie früher – man wird älter.. 😉 es ist ein bisschen instabil, wahrscheinlich wird irgendwann eine op gemacht werden. so bin ich ich hier zur massage gegangen – ergebnislos..
im laufe des abends habe ich mich mit ein paar leuten unterhalten. ein spektrum, das sich eröffnet hat. jeder muß sich im laufe seines lebens entscheiden was er für richtig hält. ich meine, das ich das spektrum so gestalte, daß keinem etwas böses geschieht. es war folgendermaßen, woraufhin ich intervenierte: ein glas mit zucker war auf dem tisch, eigentlich fest abgeschlossen. aber es waren 2 ameisen, die sich nahrungsmittel-technisch daran bedienten. es war ein mädchen, daß die 2 ameisen mit einem größeren teil „abgeklatscht“ hat. daraus entwickelte sich ein stundenlanges gespräch. sie war 26, hatte noch viel zu lernen. der mensch ist nicht perfekt.
ich fand bei dem gespräch aber einen, der meiner argumentation folgte – diesen menschen will ich kennenlernen. er hat mir erzählt, daß er freunde in kathmandu hat, die genau so etwas vorhaben wie ich – helfen in nepal.

auf das meer hinausblicken

es ist mein 4. tag in indien und schon sprudeln gedanken in mir rum, vor denen ich in deutschland gar keine zeit gehabt hätte..
weil in deutschland gibt es nur eines: arbeiten, arbeiten, arbeiten, damit wir stark sind (und verschiedene dinge nicht beleuchten, selbst dinge, die unsere umwelt zerstören – mit immensen folgen).
ich bin zum cafe gegangen, habe ein lemon soda, ein pineapple lassi getrunken, und ein gebratenes rührei, mit zwiebeln und tomaten gegessen und habe beobachtet – und verschiedene mißstände aufdecken können (die ich auch sonst, als ich hier war, gedacht habe – aber niemals aufgeschrieben habe).
die inder sind in ihrem verhältnis zueinander prüde in der öffentlichkeit – homosexualität ist ein gräul. man landet 10 jahre im knast, wenn ein polizeiofficer das miterlebt.
und darauf dachte ich: warum? im hinduismus ist es quasi egal, wer mit wem zusammen ist – es sind verschiedene götter, die als ein mann und später als eine frau auftauchten. entscheidend hierbei sind die briten mit ihrer kolonialisierung – es ist der größte unfall unserer geschichte. denn wie kam es, daß weiße gegenüber den schwarzen die „herrschaft“ übernommen haben? die evolution ist global – jeder mensch hat den gleichen evolutionären prozeß hinter sich.
indien hinkt diesem prozeß hinterher, 10-20 jahre. ich kann es nicht ändern und muß damit leben und hoffen, daß das leben hier auch gleichwertig wird. ein prozeß, den unser land schon miterlebt hat – doch leider ist es mit dem adoptionsrecht und mit der vollen partnerschaft (noch nicht) gleichwertig.
deswegen kann ich auch an unser land appellieren: macht es wie die amerikaner. ein land, das noch viel mehr in unsagbaren straftaten verwickelt ist, inklusive donald trump, der die grenzen hochziehen will, gegenüber dem „anderen“. wir sind eins. wenn wir eins sind, ohne kriege, waffen, soldaten und uns friedlich die hand reichen, können wir richtig viel bewirken und neues entwickeln – so wie es gott will, wenn er uns sieht.
anbei noch ein bild, das ich gestern abend geschossen habe:
DSC_0017[1]

in gokarna angekommen

nach mehreren tagen ist es endlich geschafft. ich bin in gokarna am om beach – bis hierhin war es eine weite und beschwerliche reise inklusive meinem wunsch, hier die biege zu machen. aber ich wollte weitermachen weil ich das schon kenne, daß wenn man etwas beschwerliches tut, im endeffekt ist es die sonne, an die man gelangt. in mumbai war es 100% anders, als ich es von indien kannte. ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. alles war ein albtraum, wirklich alles. bis ich dann in einem hotel gelandet bin, wo das zimmer 50 euro(!) gekostet hat, mit einer belegschaft, die praktisch gar kein englisch sprechen konnte. es war aber nicht das einzige, was sie nicht konnten – alles andere war auch nicht das, was man von einer belegschaft erwartet. die leute waren extrem unfreundlich, boten drinks an, und wollten abrechnen, nachdem ich den drink gar nicht bekommen habe. dann habe ich „paneer pakoda“ bestellt, und sie wollten nicht oder konnten nicht darauf antworten – ich habe es auch nicht bekommen. bis ich dann dachte, nachdem ich nicht geschlafen habe, daß ich 100%ig die biege mache. und dann ging es los, mit einem bus von mumbai nach goa, 16 stunden hat es gedauert, und ich saß hinten. wenn du die richtige person bist, weißt du, daß es bei jedem schlagloch (wovon es viele gibt) da hinten durch die gegend hoppst. danach mußte ich von goa nach gokarna kommen – 24 stunden(!) habe ich fast nicht geschlafen.
im bus von ankola nach gokarna habe ich eine indische familie kennengelernt – wo ich wußte, daß ich da angekommen bin, wo ich hinwollte. der vater war fischer und wir konnten uns nicht weiter unterhalten – er konnte kein englisch.
sein sohn hingegen war jemand, den ich als inder abgespeichert habe. er war endlos glücklich, hat wahllos gelächelt – so ein reiner sohn. nichts, was ihm in den weg stand – nichts, wovon wir „westler“ großgezogen werden.
wir westler haben uns eine scheibe von dem jungen (oder mädchen) abzuschneiden. denn alles wofür wir stehen, ist verderbnis und letztendlich verbrechen an allem. wir mögen alles, nur die menschen nicht – und reparieren sie (wie mich). nagut, durch meine industrielle vergangenheit kann ich englisch sprechen und habe sonst auch ein leben, daß mir gefallen sollte – aber es gefällt mir nicht. ich wünsche mir etwas ganz anderes.
morgen schreib ich weiter.. bis dann! 😉